NEUSTART von magenta zu rot – wie es ist, sich mit drei Kindern einen neuen Job zu suchen (Teil 1)

In ein paar Tagen wird meine Kleinste ein Jahr. Das heißt ein Jahr Elternzeit geht zu Ende. Ich hatte mir (neben 1.000 kleinen Projekten) einen Vier-Punkte-Plan zurechtgelegt für dieses Jahr 2019:

  1. Einen Blog starten.
  2. Eine Coach-Ausbildung machen.
  3. Ein Haus in Südfrankreich kaufen, einrichten, managen, vermieten.
  4. Einen neuen Job suchen.

Tick. (fast)Tick. Tick. Tick. Ich gehöre zu den Leuten, die To-Do-Listen abhaken glücklich macht (dazu gab es doch auch mal die gleichnamige Studi-VZ Gruppe..) und deshalb bin ich jetzt ganz zufrieden mit mir 😉

Heute geht’s um Punkt vier – den neuen Job. Ich möchte mit euch meine Erfahrungen und vielleicht den einen oder anderen Tipp teilen. Warum ich glaube, dass so eine Elternzeit perfekt ist für einen Change, wie ich an die Sache herangegangen bin, und was meine Major Learnings waren.

Warum machst du das JETZT??

Diese Frage wurde mir natürlich ständig gestellt. Ist doch viel gemütlicher, zu wissen, dass man nach der Elternzeit einen sicheren Hafen hat. Und dann kann man sich ja immer noch umsehen. Und überhaupt – SO EIN GUTER, SICHERER JOB MIT SO GUTEM GEHALT UND DANN NOCH DEINE DREI (!) KINDER – DICH NIMMT DOCH KEINER.. Ich hatte dazu mal einen Blogartikel geschrieben.

Ich finde, das ist völliger Quatsch. Im Gegenteil, wenn man sich zum Beispiel ein Jahr Elternzeit nimmt (so lange in etwa bekommt man ja auch Elterngeld), dann hat man auch ein Jahr Zeit, sich neu zu orientieren. Und zwar völlig frei. Ich musste nie irgendwo heimlich meine Visitenkarte rüberschieben, aus Angst, es könnte auch wer von der Telekom zugegen sein. Man kann offen kommunizieren, dass man sich umschaut, offen für Neues ist – und das Ganze ohne Druck.

Über den Tellerrand und Netzwerken

Dieses letzte Jahr war der Wahnsinn, weil ich so viel gelernt habe, so viele neue Leute kennengelernt, so viel ausprobiert und auch nachgedacht habe. Mir Zeit genommen, mich mit ganz anderen Themen beschäftigt und mich wieder ein bisschen mehr selbst gefunden habe. Insofern – es muss gar nicht unbedingt Elternzeit sein, auch ein Sabbatical bietet sich dazu an!

Und ich habe mir ganz viele verschiedenste potentielle Arbeitgeber angeschaut. Zuerst: Netzwerken ist das Allerwichtigste in einer solchen Situation. Events, Messen, Menschen treffen, die man immer mal schon treffen wollte, aber im Daily Business nie die Zeit für gefunden hat. Leute ansprechen, die man immer schon cool fand, und sich mit ihnen austauschen. Und ruhig kommunizieren, dass man auf der Suche nach was Neuem ist. Den inneren Schweinehund überwinden und rausgehen. Ist im übrigen auch der perfekte Ausgleich zu stillen und Windeln wechseln.

Wirst du jetzt Coach?

Bei mir kam diese Frage immer ziemlich schnell, nachdem ich von meiner Coach-Ausbildung erzählt habe. Das war dann manchmal bisschen anstrengend. Coaching macht mir mega Spaß und ich merke, dass ich damit ziemlich erfolgreich bin (100% meiner Klienten hat die Session(s) geholfen und sie würden mich weiterempfehlen 💪). Frauen empowern, das ist mein Herzensthema – trotzdem ist Coaching kein Full-Time Job für mich. Ich brauche ein Team, muss was schaffen, Dinge auf die Beine stellen und umsetzen. Außerdem finde ich, dass – gerade bei Business Coaches – es viel hilfreicher für die Coachees ist, wenn ihr Coach auch aus dem Business kommt. Einer meiner persönlichen USPs ist es schließlich, dass ich selbst das Thema Vereinbarkeit von Karriere und Kindern lebe, und das macht mich dann wiederum für meine Klienten so wertvoll. Ich werde also weiterhin meine Erfahrungen im Business-Alltag machen und diese mit euch teilen 😊

Startup und so

Ah, du gründest was? Ist dann immer die zweite Frage. Wer mich kennt, weiß, dass ich quasi wöchentlich neue Business-Ideen habe. Die werden mal mehr und mal weniger umgesetzt. Am Ende scheitert es immer irgendwie an der Zeit. Und insgeheim dann vielleicht doch auch am Commitment. Und der Sicherheit. Ich weiß es auch nicht so genau. Irgendwann mache ich das nochmal, das ist klar. Vielleicht brauche ich noch ein bisschen Zeit. Oder vielleicht bin ich auch einfach nur zu ungeduldig für so was und gar nicht der Typ..?? Meine Lieblingsidee dieses Jahr war auf jeden Fall eine, die jemand anderes einfach längst umgesetzt hat (wie ich kürzlich durch Zufall rausgefunden habe): Roamlike ist eine Plattform, auf der Ferienwohnungsanbieter kostenlos Produkte bekommen und diese bei ihren Gästen promoten können. Ich finde, das ist eine Wahnsinns-Idee und war total begeistert, als ich Jens und sein Team kennengelernt habe. Die Jungs ziehen es einfach durch, und so kann ich zumindest noch ein bisschen teilhaben 😉

Morgen: 

Ob externe Agenturen, Headhunter und co. bei der Jobsuche helfen können und was genau die Unternehmen eigentlich suchen.

8 Antworten auf „NEUSTART von magenta zu rot – wie es ist, sich mit drei Kindern einen neuen Job zu suchen (Teil 1)“

      1. Ach witzig, ich habe schon ganz oft deren Seiten rauf und runter gelesen. Welchen Kurs hast Du gemacht? Den über 6 Monate? Ich würde danach nicht als Coach selbstständig arbeiten wollen, sondern hoffe dass es mir etwas für meinen Job bringt. Siehst du das so?

        1. Ja genau, den Kompaktkurs von Mai – Dezember. Und ich mache es auch ganz genau so; die wenigsten machen sich danach wirklich ausschließlich als Coach selbständig.

          1. Denke schon – ich habe das Zertifikat aber erst seit drei Tagen und fange erst im Februar wieder so richtig zu arbeiten an..

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