Wirst du jetzt Coach?

Warum ich eine Ausbildung als systemischer Coach mache, über meine Erkenntnisse nach den ersten Ausbildungstagen und über eine lebensentscheidende Live-Session (der spannendste Teil!).

Die Coach-Ausbildung wollte ich „immer mal schon machen“. Im Rahmen meiner Trainee-Ausbildung und auch als neue Führungskraft kam ich selbst regelmäßig in den Genuss von Coachings. Die Coaches sind mal besser und mal schlechter, nicht immer kann man sie sich im Konzern selbst aussuchen. Aber es hat mir immer geholfen. Sehr sogar.

Coach ist nicht gleich Berater

Ich wollte also meine Kompetenzen als Führungskraft ausbauen, und auch etwas mehr Methodik für das „coachen“ meiner Mentees. Zudem fragen mich Menschen oft um Rat. Aber Achtung: Berater und Coach sind zwei paar Schuhe, und das war dann auch gleich mein erstes Learning. Der Coach geht davon aus, dass der Coachee der Experte auf seinem Gebiet ist und der Coach hilft ihm dabei, selbst Lösungsansätze zu finden; wohingegen der Berater eben Ratschläge verteilt.

Jetzt habe ich jedenfalls Zeit und außerdem bin ich ja ein großer Fan davon, die Elternzeit sinnvoll zu nutzen. So bin ich seit Mai (bis Dezember 2019) in Ausbildung am INeKO Institut in Köln. Der Kompaktkurs beinhaltet vier Mal fünf Tage am Stück je Mittwoch bis Sonntag; dazwischen stehen Peergroup Meetings an, man muss einige Übungscoachings abhalten und eine Facharbeit schreiben. Kostenpunkt: Ca. 5k.

Praxisübungen von Tag 1

Schon gleich nach dem ersten Tag war ich sowas von begeistert: Ich habe verschiedenste neue Menschen kennengelernt (ca. 25), und obwohl mir nach über sechs Monaten Elternzeit das acht-Stunden-still-sitzen noch etwas schwerfiel, war alles von hinten bis vorne mega inspirierend und relevant. Besonders interessant fand ich die sehr besondere Art des gegenseitig Kennenlernens und den Background der anderen Teilnehmer. Und gar nicht so viel Chichi wie ich befürchtet hatte 😉 – eigentlich sogar nur eine Meditation zum Einstieg, die ich super fand. Ansonsten alles ganz handfest und wir haben von Tag 1 an aktiv mit- und aneinander geübt.

Wenn ihr darüber hinaus auch noch mehr an den Inhalten interessiert seid, gibt es hier einen tollen Blog , welchen eine INeKO Absolventin schreibt.

Keine falschen Erwartungen

Dass man nun, da man diese Ausbildung macht, gleich vollberuflich Coach wird, ist eher unwahrscheinlich. Nicht nur dass Coach sein aktuell im Trend ist und diese wie Pilze aus dem Boden sprießen (oder wie Janina Kugel, CHRO bei Siemens, mal in einem Podcast sagte „..das ist ja schon fast eine Berufskrankheit“); aus meiner Sicht gehört da einfach noch ein bisschen mehr dazu. Zum Beispiel die eigene (optimalerweise gefestigte) Persönlichkeit. Oder die eigene (Lebens-)Erfahrung. Coaches, die Psychologie o.ä. studiert haben und dann direkt Coach geworden sind, waren mir schon immer suspekt.

Damit lautet auch die Antwort auf meine Frage aus der Headline „Nein.“  Klar möchte ich Menschen, insbesondere ambitionierte Frauen, unterstützen, mentoren, coachen – aber ich werde meinen eigenen Lebens- und Karriereweg weitergehen, so dass meine Coachees von meinen Erfahrungen profitieren können. Außerdem bin ich eher der Macher-Typ 😉

Selbstfindung at its best

Tja, und neben einer starken Erweiterung meines Horizonts sowie dem Erlernen von tollen Tools zum Coachen habe ich  dann auch gleich meine erste Live-Coaching Session gemacht. Ich habe mich freiwillig als Coachee gemeldet – 1. weil mein Anliegen mich schon seit einigen Wochen ganz unruhig gemacht hat und 2. weil ich den Dozenten so toll fand: sehr erfahren, gelassen und kompetent. Und es hat sich gelohnt, in zweierlei Hinsicht: Ich habe am eigenen Leib erfahren, wie toll es ist, von einem guten Coach Hilfe zu bekommen. Das motiviert mich sowas von! Wenn ich es schaffen kann, auch  nur annähernd so professionell meine Coachees zu unterstützen, dann hat es sich schon krass gelohnt. Außerdem bin ich mit meinem Anliegen jetzt wirklich einen Schritt weiter:

Dahinter steckte gefühlt gar nicht so viel Hexenwerk, sondern eher ein wenig Methodik, Einfühlungsvermögen und das bewusste Auseinandersetzen mit dem Thema. Nach der Session habe ich mich fast ein wenig geschämt, einfach weil ich (gefühlt) komplett von selbst auf die Lösung bzw. die richtige Entscheidung gekommen bin.
Das krasseste aber war für mich die Erkenntnis, dass meine Ängste, Sorgen und Bedenken was meine Zukunft angeht allesamt von mir selbst kommen. ICH setze mir Deadlines, ICH mache mir Druck, ICH möchte einem bestimmten Rollenbild entsprechen, ICH möchte einen bestimmten Status. Alle anderen beurteilen mich gar nicht nach diesen Kriterien – weder meine Freunde, noch meine Kollegen, Verwandten oder mein Mann.
Im Online Coaching Kurs von Happy Rebels „Lebe wie du es willst – mit Job und Kindern“ hatte ich eine Lebensvision für in vier Jahren entwickelt (siehe auch diesen Blogeintrag dazu). Meine Traumvorstellung, wie mein Leben dann sein soll. Und ich habe auch irgendwie einen Weg, wie ich dahin kommen möchte. Nur entspricht er eben nicht den oben genannten Konventionen; Konventionen, die ganz allein von mir kommen, die ich mir selbst auferlegt habe.
Natürlich muss die Umsetzung nun von mir alleine kommen, ich muss mich mit meinen Vorstellungen und Rollenbildern aktiv auseinandersetzen. Aber diesen entscheidenden Schritt, das zu erkennen – den habe ich dieser Coaching Session zu verdanken.

Kostenloses Übungscoaching für DICH!

Ganz unabhängig von dieser Ausbildung kann ich euch also total empfehlen, in jeglichen Umbruchsphasen eures Lebens ein Coaching in Anspruch zu nehmen. Zum Beispiel wenn ihr euch unsicher seid, wie ihr euch entscheiden sollt, oder wenn ihr im Job irgendwo nicht mehr weiterkommt.

Solltet ihr erstmal testen wollen, meldet euch gerne bei mir, denn jetzt brauche ich Coachees für meine Übungscoachings (ist kostenlos) 🙂

I’ll keep you posted..

..wie es mit der Ausbildung weitergeht.

2 Antworten auf „Wirst du jetzt Coach?“

  1. Liebe Theresia

    vielen Dank für den Hinweis auf mein Blog und danke für deinen schönen Blogbeitrag 🙏 Ich bin gespannt, was du am Ende der Ausbildung sagst. INeKO legt ja einen starken Fokus auf die Haltung des Coachs und ich würde definitiv sagen, es verändert sich etwas durch die Ausbildung. Ich wünsch dir weiterhin so viel Spaß, bin aber zuversichtlich, denn die wirklich tollen Module kommen noch 😉 Vielleicht sehen wir uns auf dem Alumnitreffen im August? Oder bei Bedarf auch mal zu einem Übungscoaching ☺️

    Viele Grüße
    Dagmar

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