NEUSTART von magenta zu rot – wie es ist, sich mit drei Kindern einen neuen Job zu suchen (Teil 3)

Work-Life-Balance

Das Thema Work-Life-Balance (auch wenn der Begriff ausgelutscht ist..) ist das nächste, brandaktuelle Thema bei den rekrutierenden Unternehmen; es sollte euch bestärken, in Vollzeit zu arbeiten, denn: Das Einfordern eines einigermaßen ausgeglichenen Lebens zwischen Beruf und Familie stieß überall auf vollstes Verständnis! Ich habe in den meisten Gesprächen mit Personalern in etwa gefordert „Normale Arbeitszeiten von 8-16h bei Vollzeitstelle, Führungsposition und viel Geld“ 😉 und wundersamerweise hat keiner gefragt ob ich sie eigentlich noch alle hätte. Im Gegenteil: „Das verstehen wir sehr gut.“ „Das ist eine Richtung, in die wir uns entwickeln müssen und wollen.“

Klar, die Realität wird dann nicht unbedingt exakt so sein. ABER es geht in die richtige Richtung! Das Verständnis ist da, die Unternehmen fangen WIRKLICH an, umzudenken! Jetzt liegt es an uns, das auch umzusetzen. Ich habe mir auf jeden Fall für den neuen Job fest vorgenommen, das so durchzuziehen und nicht wenn die Kids schlafen, noch nächtelang vor dem Rechner zu hocken. Es muss einfach möglich sein, seine Arbeit mit durchschnittlich 8-9 Stunden pro Tag zu erledigen!! Ich nehme euch hier auf dem Blog natürlich mit zu dieser Challenge 😊

Initiativbewerbungen, Stepstone und co.

Grade am Anfang des Jahres habe ich schon auch mal die gängigen Stellenbörsen wie Stepstone und co. durchforstet oder auch konkret auf den Karriereseiten von spannenden Unternehmen geschaut. So wirklich weitergekommen bin ich da aber eher nicht. Als ich mich etwa im März auf eine Stelle bewarb, habe ich direkt eine Absage bekommen, weil ich als Einstiegsdatum Januar 2020 angegeben hatte. Die Zyklen für solche Stellen sind aber viel kürzer, die haben für Sommer gesucht.

Initiativbewerbungen habe ich hier und da auch gemacht, aber ohne Erfolg. Da habe ich teilweise noch nicht mal eine Rückmeldung bekommen. Ich hatte zum Beispiel gesehen, dass ein neues Unternehmen von Eurowings abgespalten wurde, die Eurowings Digital. Das fand ich mega spannend und passend zu meinem Background, weil ich ein paar Jahre bei Lufthansa war und dann immer im Digitalisierungsumfeld gearbeitet habe. Ich habe mich also initiativ beworben, aber direkt eine automatisierte Absage bekommen.

Dazu kommt, dass ich nach einer Führungsposition gesucht habe, und die eher selten einfach mal so öffentlich ausgeschrieben werden.

Branchenwechsel

Ich hatte mir auf jeden Fall einen Branchenwechsel in den Kopf gesetzt. Ich wäre also nie auf die Idee gekommen, mich jetzt bei Vodafone zu bewerben – vielleicht bin ich dazu einfach zu magenta geprägt 😉Aber ich hatte vor allem Lust, auch noch was anderes zu sehen. In meinem letzten Job hatten wir quasi alle deutschen Unternehmen von Mittelstand bis Großkonzern als Kunden und jeder macht irgendwas Tolles mit Digitalisierung. Das will ich gerne auch mal von der anderen Seite sehen.

Ich hätte mir auch Mittelstand oder sogar Startup vorstellen können; war für mich dann aber irgendwie nicht passend: die meisten Startups sind in Berlin oder zahlen zu wenig und der Mittelstand ist häufig eher ländlich und dann doch sehr spezifisch in den zu besetzenden Positionen.
Grundsätzlich ist ein Branchenwechsel möglich; ich bin mir allerdings nicht sicher, was gewesen wäre, wenn ich noch zehn weitere Jahre bei der Telekom geblieben wäre. Jedenfalls kommt Digitalisierung wie oben erwähnt überall gut an. Controllen kann man aber höchstwahrscheinlich ebenso gut in verschiedenen Branchen. Bei mir kommt dann ja noch das Vertriebsthema hinzu, das hilft sicherlich auch überall.

Hätte man mich vor einem Jahr nach meiner Traum-Branche gefragt, hätte ich wahrscheinlich was mit Mode oder Schönheit oder vielleicht FMCG geantwortet. Irgendwas, wo ich mich SO RICHTIG mit identifizieren kann 😀 Schließlich ist es was ganz anderes geworden..

Bauchgefühl

Worauf es am Ende aber WIRKLICH ankommt, ist das gute Bauchgefühl. Die Menschen müssen passen. Und um das rauszufinden, ist es wichtig, die Menschen kennenzulernen, die dort arbeiten, wo man hin möchte. Number One Kriterium ist eigentlich ein Chef, der einen schätzt, anerkennt und fördert. Und dann eine Kultur, die einem zusagt. Wenn es dem Unternehmen dann noch ganz gut geht und die Produkte cool sind, ist der Rest (fast 😉) egal.

Ich bin über eine Messe eher durch Zufall zu einem Speed Dating Termin mit Hilti gekommen. So wirklich kannte ich das Unternehmen gar nicht, mein Mann fands aber Hammer und eine Freundin sagte „Hey, da arbeitet ein Bekannter von mir, Hilti soll ein mega Arbeitgeber sein.“ Also habe ich mich angemeldet. Die Personalerin vor Ort war total cool, irgendwie waren wir sofort auf einer Wellenlänge. Erst einige Monate später telefonierten wir nochmal, es gab eine spezielle Vakanz. Und dann hatte ich das erste offizielle Vorstellungsgespräch mit HR und war begeistert. Aber Personaler sind oft gut im Marketing, also bat ich, Kollegen aus dem Vertrieb kennenlernen zu dürfen.

HILTI

Ich hatte echt einige Gespräche – mit meinem potentiellen Chef und dem Geschäftsführer Vertrieb und mit Peers. Und ich habe über mein Netzwerk ein paar Leute ausfindig gemacht, die bei Hilti arbeiten oder gearbeitet haben. Ich hörte nur Gutes. Und vor allem hatte ich von Anfang an dieses positive Bauchgefühl, was sich gar nicht so konkret in Worte fassen lässt. Keine spießigen Vollidioten, die sich wichtigtaten, keine pseudo-gemeinen Vorstellungsgespräche, keine Zweifel an meinen Fähigkeiten und meiner Leistungsfähigkeit „nur weil“ ich drei Kinder habe.

Also gehts im Februar los. Ich leite einen Vertriebsbereich in Köln/Bonn für Industry Kunden. ICH FREUE MICH WIE EIN SCHNITZEL!! Und werde hier berichten, wie es dann wirklich wird und natürlich, wie ich bald souverän mit Bohrmaschine und Co. umgehen kann!

In Kürze hier noch meine Tipps für den Neustart:

  1. Netzwerken bis zum Umfallen
  2. Ehrlich kommunizieren was man will
  3. Zeit nehmen, um Druck zu reduzieren
  4. Stichwort Digitalisierung im CV unterbringen
  5. Selbstbewusst auftreten (und was gegen den Gender Pay Gap tun!!)
  6. Aufs Bauchgefühl hören
  7. Viele Gespräche mit potentiellen Kollegen/Vorgesetzten/Mitarbeitern führen
  8. Vollzeit einsteigen

4 Antworten auf „NEUSTART von magenta zu rot – wie es ist, sich mit drei Kindern einen neuen Job zu suchen (Teil 3)“

  1. Hallo Theresia, ich hätte dir über instagram schon mal ganz kurz geschrieben. Ich glaube wir würden uns ziemlich cool verstehen und ich wünsche dir einen super guten Start in deinen neuen Job. Ganz kurz zu mir ich arbeite im Handel bin, Vorgesetzte von knapp 100 Mitarbeitern, liebe meinen Job aber arbeite auch mindestens 50 Stunden. Dazu samstags natürlich ab und an und vor allem zu Weihnachten, Silvester und Ostern. Aktuell in Elternzeit mit Baby Nummer 2. Ganz kurz: du klingst wirklich sehr motivierend und inspirierend und ich sehe es genauso wie du: man kann alles schaffen mit dem richtigen Mann. Ohne Witz, ich glaube wir sollten uns mal kennenlernen. Mich würde vor allem deine Story zum Au-pair interessieren

    1. Hallo Nadja,
      sorry, das bei Insta ist mir irgendwie durchgegangen..
      Lass das gerne mal machen, ich bin noch bis Januar zuhause. Schreib mir doch einfach eine Email (theresiafuchs@outlook.de), dann tauschen wir Nummern!
      Bis bald!
      Theresia

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