Jeder sollte ein Aupair haben!!

Manchmal gibt es diese tollen Dinge, die man tut und sich dann fragt, warum man das eigentlich nicht schon immer so gemacht hat. Genau so ist es mit der Aupair Geschichte. Sie ist da, und plötzlich ist das Leben so entspannt. Ich bin so INDEPENDENT wieder!! Natürlich geht’s nicht ohne Invest und auch Kompromisse. Aber es lohnt sich sowas von (ist zumindest mein erster Eindruck nach zwei Wochen). In diesem Artikel erfahrt ihr, wie die ersten Tage zu sechst waren, unsere Erfahrungen und Learnings, UND: Was Danna selbst dazu sagt 😊

Die erste Challenge

Also, ich habe Danna am 26.12. abends in Frankfurt vom Flughafen abgeholt, dann gings für 24h zu meiner Familie nach Würzburg und anschließend in den Frankreich-Urlaub. Danna hat direkt schon auf der 11-stündigen Autofahrt Pluspunkte gesammelt, weil sie diese ohne auch nur einmal zu meckern ertrug; eingequetscht zwischen Gepäck und den Kindern, hat sie sich sogar noch um diese gekümmert während der Fahrt, so dass wir vorne entspannt fahren (mein Mann) bzw. schlafen (ich) konnten.

Einleben im Urlaub

Gleich am Anfang zusammen in den Urlaub zu fahren war bei uns eher Zufall, finde ich aber im Nachhinein eine mega Idee: So lebt man direkt sehr intensiv aber doch entspannt zusammen und alle lernen sich bestens kennen. Danna hat sich sehr schnell integriert und trotz der Sprachbarriere kamen wir super klar. Sie kennt jetzt alle Tücken, Vorlieben und Eigenheiten der Kinder, weiß in etwa, wie wir die Kinder erziehen, was sie dürfen und was nicht etc. Außerdem konnten wir so auch gleich einen entspannten Abend mit den Nachbarn verbringen und einen zu zweit im Restaurant.

Die „Richtige“ finden

Meine Entscheidung für Danna war letztendlich aus einem Bauchgefühl gefallen: Ich fand sie beim Facetimen auf Anhieb sympathisch und lustig, auch wenn mangels Sprachkenntnissen kaum eine Unterhaltung zustande kam. Sicherlich hat mir dabei geholfen, dass ich jobbedingt schon sehr viele Vorstellungsgespräche geführt habe, oft auch das erste über Skype/Facetime. Jedenfalls hat sich das bisher bestätigt: Danna ist ein mega herzlicher und lustiger Mensch, sehr offen gegenüber allem Neuen, engagiert und motiviert.

Die Kinder hatten seit unserer Entscheidung für ein Aupair einige Wochen, sich mit dem Thema auseinanderzusetzen. Anfangs waren sie nicht so begeistert, dann haben sie sich aber gefreut. Klar wollen sie alles lieber mit Mama oder Papa machen wenn wir da sind, aber sobald wir weg sind, ist es schon jetzt kein Problem mehr. Und auf den Familienbildern hat Danna bereits einen festen Platz (auch wenn die Reihenfolge Schwierigkeiten bereitet, da sie zwar jünger, aber größer als ich ist 😉)

Einsatz: Zeit, Geduld, Geld

Insbesondere jetzt am Anfang muss man natürlich auch einiges investieren: Geld (sowieso), aber vor allem auch Zeit (Behördengänge, Aufgaben und Abläufe erklären etc.). Ich bin super froh, dass ich jetzt noch drei Wochen frei habe, bevor ich den neuen Job starte. Ich glaube, direkt in den Alltag zu starten könnte schwierig werden (oder habt ihr andere Erfahrungen gemacht?). Wir haben diese ersten drei Tage alles zusammen gemacht (Kinder bringen/abholen, einkaufen etc.,), ab morgen startet Danna dann mal alleine 😊 So hoffe ich, dass bis Februar der Laden richtig läuft, wenn ich wieder Vollzeit einsteige.

VIEL Administration

Ich wurde konkret gebeten, mal eine Checkliste zu erstellen, was alles zu tun und zu bedenken ist – and here you go:

Vor der Ankunft:

  • Zimmer einrichten (wir haben z.B. unser Gästezimmer noch um einen Schreibtisch und einen Schreibtischstuhl ergänzt.) Wichtig ist, dass der Internetempfang gut ist, wir haben dazu noch einen Verstärker installiert. Den Kleiderschrank in ihrem Zimmer haben wir ausgeräumt; erst wollten wir einen zusätzlichen kaufen, da hatte unsere Haushaltshilfe die glorreiche Idee, man könnte doch stattdessen auch ausmisten. Habe daher zwei Riesensäcke voller Klamotten zur Kleiderkammer gebracht.
  • Sprachkurs buchen: Ich habe mich sehr früh darum gekümmert, um sicherzustellen, dass sie auch direkt nach ihrer Ankunft damit beginnen kann. Klassischerweise gibt es Deutsch als Fremdsprache an der Volkshochschule. Ich habe mich besonders dahintergeklemmt, dass sie einen Platz in der Dependance hier in Bad Godesberg bekommt, statt in Bonn City, denn so kann sie dorthin laufen.
  • Versicherung: Easy peasy bei Dr. Walter. Ich glaube alle Aupairs sind dort, die sind darauf spezialisiert und es dauert keine 10 Minuten, die Versicherung online abzuschließen. Tarif M kostet 39,00€ im Monat.
  • SIM-Karte: Es bietet sich an, ihr vorab eine deutsche SIM-Karte zu besorgen. Kostet 10€ z.B. bei Congstar (Prepaid) und die Verifizierung ging sogar online über Video-Chat, einen Tag später war sie freigeschaltet.
  • Wochenplan: Ich dachte mir, es ist nicht schlecht, ihr schon vorab mal einen beispielhaften Wochenplan zur Verfügung zu stellen, damit sie weiß, worauf in etwa sie sich einlässt: Also wann sind ihre typischen Einsatzzeiten, z.B. Holen und Bringen der Kinder, zum Turnen bringen, an welchen Abenden wollen mein Mann und ich fest „Ausgang“ haben etc. Ist auch ein guter Reality-Check, auf wie viele Stunden man so kommt, und wie man ihre „Arbeitskraft“ einteilt, denn 30 Stunden pro Woche sind schnell verplant. Die zustehenden 1,5 freien Tage sind bei uns Samstagmittag bis Sonntagabend.
  • Familienregeln: Im Hinblick auf die Sprachbarriere hatte ich mich auch dazu entschlossen, ihr vorab unsere „Regeln“ in schriftlicher Form zukommen zu lassen. Also was dürfen die Kinder und was nicht, was ist uns wichtig, aber auch die exakten Adressen und Zeiten von Schule , und Kindergarten. Ich glaube das war sehr gut, denn so konnte sie sich das in Ruhe zuhause ansehen und ich muss jetzt nicht darauf vertrauen, dass sie alles direkt 100%ig versteht.
  • Falls ihr zur Orientierung Interesse an Wochenplan und Regeln habt, schreibt mir gerne eine Email, dann schicke ich euch die Dokumente.

Nach der Ankunft:

  • Anmeldung beim Einwohnermeldeamt – das muss innerhalb von zwei Wochen nach Ankunft geschehen. In Bonn kann man sich dafür online einen Termin reservieren, am besten tut man das schon ein paar Tage vorher; bei uns wurde es durch Silvester, Urlaub etc. etwas knapp.
  • Bankkonto eröffnen – haben wir bei N26 gemacht. Das ging wie beworben super easy und alles online, es ist kostenlos (also keine Kontoführungsgebühren) und auch die Verifikation ging online via Videochat. Das war dann ein bisschen challenging wegen der Sprachbarriere, weil gesetzlich vorgeschrieben ist, dass sie das Gespräch alleine und ohne fremde Hilfe macht, aber wir haben es hinbekommen.
  • Busticket – hier lohnt es sich, mal in die entsprechende Verkaufsstelle zu gehen und sich beraten zu lassen; ich habe letztendlich ein sog. 365€ Ticket erworben, d.h. 30€ am Tag für den gesamten Bonner Raum. Online hatte ich das so nicht gefunden und das reguläre Monatsticket kostet ca. 100€.
  • Visum verlängern: Klassischerweise haben Aupairs irgendwie nur ein Drei-Monats-Visum, welches entsprechend verlängert werden muss. Da die Vorlaufzeiten in den Ämtern mega lang sind, lohnt es sich, sich direkt darum zu kümmern. Auch hierfür benötigt man einen Termin.
Learnings

Am Ende hat man natürlich so richtig noch ein Familienmitglied. Wir sind jetzt zu sechst, d.h. das Haus ist voller, wir brauchen mehr Essen, wir haben weniger Privatsphäre. Wobei dieses Thema für mich eigentlich mittlerweile völlig irrelevant ist – mit drei Kindern hat man zuhause sowieso nie so richtig Privatsphäre. Das war allerdings lange das Argument, was uns von der Entscheidung für ein Aupair abgehalten hat. Ich kann aber sagen: Die Vorteile überwiegen so was von!! Das ist eine ganz neu gewonnene Flexibilität (mal schnell was im Supermarkt holen, ohne die ganze Kinderschar einpacken zu müssen..) und ich mag auch einfach gerne viele Menschen um mich (ich bin schließlich auch in einer Großfamilie aufgewachsen). Im Zweifel finde ich zwei Abende nur für meinen Mann und mich (einmal Squash, einmal Essen gehen oder mit Freunden treffen) auch tausendmal wertvoller, als sieben Abende zu zweit auf der Couch sitzen 😉

Was die Kinder angeht, so vertrete ich die Meinung, dass sie die Aupair mögen, wenn die Eltern sie mögen. Der Rest passiert dann von selbst, schon alleine weil sie 24/7 da ist und eben zur Familie gehört.

Sprachbarriere

Zur Überwindung der Sprachbarriere, empfehle ich (neben viel Geduld) am Anfang auch immer wieder schriftlich zu fixieren. Nachdem wir am ersten Morgen im Alltag ein paar Kommunikationsschwierigkeiten hatten, was den Tagesbeginn und die Aufgabenverteilung anging, habe ich für den nächsten Tag einen detaillierten Tagesplan erstellt. Klingt vielleicht etwas kleinteilig, aber ich denke das ist hilfreich für beide Seiten; denn wenn sie nicht alles versteht, weiß sie im Zweifel gar nicht so richtig, was am nächsten Tag auf sie zukommt.

Familienunternehmen

Schlussendlich fällt mir in letzter Zeit immer wieder diese Vorwerk-Werbung aus den 90ern mit dem „Ich manage ein kleines, erfolgreiches Familienunternehmen“ ein; sich Hilfe zu holen bedeutet auch, einen Führungsjob zu haben. Ich muss Aupair, Haushalts- und Putzhilfen, Babysitter managen und das bedeutet gerade am Anfang viel Geduld und viel Kommunikation, denn von alleine macht keine Hilfe alles genau so, wie ich es mir vorstelle 😉 Man muss priorisieren: Was ist mir wirklich wichtig (z.B. dass die Kinder ordentliche Essmanieren haben) und wo würde ich es zwar anders machen, aber akzeptiere die Façon des anderen. Fazit: Man lernt auch noch richtig was für den Job!

Nächste Challenge: Alltag – so richtig!

Es ist also super angelaufen bei uns und jetzt hoffe ich mega, dass wir alle zusammen auch die nächste Hürde schaffen, nämlich meinen Start in den neuen Job im Februar! Ich halte euch auf dem Laufenden!

Jetzt aber erstmal Dannas erste Eindrücke:

Danna, du bist jetzt seit gut zwei Wochen bei uns in der Familie. Was war der größte Kulturschock für dich, also womit hattest du so gar nicht gerechnet?

Danna: Für mich war der größte kulturelle Konflikt: Sprache, Essen und Wetter

– Die Sprache: Die Kommunikation war schwierig, weil, obwohl Sie mit ein paar “Basen” ankommen, die sehr einfach sind, ist es nicht dasselbe wie ankommen und sich der Realität des Redens, Zuhörens, Reagierens nur mit einem “Wenn” oder einem “Nein” zu stellen, war für mich sehr kompliziert, aber meine Familie hat genug gereicht. Patienten, komprimieren und immer einen Weg finden, mich verständlich zu machen.

– Das Essen: Alles ist anders, du musst Gewohnheiten ändern, die du gewohnt bist, auch weil du nicht die gleichen Dinge findest, von wo du kommst und lernst, die Art und Weise zu ändern, wie du isst.

– Das Wetter: Die Anreise zu dieser Zeit war ziemlich hart, weil ich die Kälte nicht mag und in Kolumbien das Wetter schön Sonne oder Regen ist und ich mich noch nie so kalt gefühlt habe, wie ich es hier empfunden habe.

Was war bisher dein tollstes Erlebnis in Deutschland?

Danna: Haben Sie die Möglichkeit, mit der Familie nach Frankreich zu reisen und verschiedene und sehr nette Orte kennen zu lernen und in der Lage zu sein, mit ihnen zu teilen und sich ein Teil davon zu fühlen.

Womit hast du Probleme in Deutschland?

Danna: Ich habe in Deutschland kein Problem, alles, was mir gefallen hat, aber ich sage es noch einmal, und es ist, dass die Kommunikation für mich sehr schwierig war.

Welchen Tipp, der dir selbst geholfen hätte, gibst du anderen Aupairs, die nach Deutschland kommen?

Danna: Die Möglichkeit zu haben, in einem anderen Land zu sein und in einer familiären Umgebung zu sein, ist sehr angenehm und Sie haben keine Angst, Risiken einzugehen und in ein anderes Land zu gehen, Orte, Menschen zu treffen, zu essen, zu lernen und zu studieren und immer alles mit einer guten Energie zu genießen.

4 Antworten auf „Jeder sollte ein Aupair haben!!“

  1. Klingt sehr gut! Würdest Du mir bitte die Dokumente schicken? Ich hätte großes Interesse. Leider fkt der Email Link nicht. Und sag mal, wie groß ist das Zimmer von eurem Aupair?
    Liebe Grüße

      1. Hallo Theresia,
        Danke für diesen Beitrag! Wir überlegen auch gerade, ob es Sinn machen könnte, ein Au-Pair zu holen. Könntest du mir auch die Dokumente schicken, danke :). Eine Frage noch, hat euer Au-Pair ein eigenes Bad?
        VG,
        Cate

        1. Hallo Cate,
          danke für deine Nachricht. Ich schicke dir gerne die Dokumente!
          Ja, unsere Aupair hat ein eigenes Bad. Soweit ich mich erinnere, ist dies allerdings keine Pflicht!
          LG Theresia

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