6 Wochen Sommerferien – ich freue mich auf den Alltag!

Den Alltag mit Jobs und Kindern zu managen ist die eine Sache – die wahre Challenge liegt aber in der Urlaubszeit! Dieser Artikel ist mein ganz persönlicher Urlaubsbericht; mit vielen Tipps und Inspirationen, um auch nach langen sechs Wochen Sommerferien mit Kindern entspannt wieder in den Alltag zu starten.

NO EXPECTATIONS: Nehmt euch möglichst wenig vor und schraubt die Erwartungen nicht zu hoch; erfreut euch stattdessen an spontanen Gelegenheiten, die sich ergeben.

ENJOY: Genießt es ganz bewusst, aktiv Zeit mit den Kindern zu verbringen!

BREAKS & HELP: Freiräume während des Urlaubs sind key, zu zweit oder auch nur für euch!

ROUTINE: Schafft euch auch im Urlaub mit Kids ein bisschen Routine, das erhöht den Entspannungsgrad!

Letzte Woche wurde meine älteste Tochter eingeschult; Schule bedeutet für die nächsten 13 – n (in unserem Fall 19) Jahre sechs Wochen Sommerferien. Passenderweise haben wir uns einfach Elternzeit genommen, um einen langen Sommer zu fünft zu genießen. Wir haben uns sogar extra zu diesem Zweck ein Ferienhäuschen zugelegt 😉 Die Vorfreude war bei allen riesig! Aber ich bin in dieser Sache natürlich kein naiver Newbe mehr und weiß genau, wie tückisch das werden kann. Denn fünf Menschen bedeutet auch fünf unterschiedliche Vorstellungen von Urlaub.

4 Key Punkte für den perfekten Urlaub mit Kids

Damit lange Ferienzeiten mit Kindern gelingen, habe ich euch hier meine vier Top Tipps zusammengestellt. Wenn man diesen bewusst Beachtung schenkt, kann eigentlich fast nichts mehr schiefgehen.

War unser Urlaub perfekt? Natürlich nicht. Ich hatte mir trotzdem wieder viel zu viel vorgenommen, mir manchmal insgeheim vorgestellt, wie es wäre, wenn ich ganz alleine im Urlaub wäre und mich geärgert, dass wir nicht mehr unternommen haben. Trotzdem sitze ich jetzt ganz glücklich wieder zuhause im Garten – die Großen in Schule und Kindergarten, die Kleine schläft – und denke zurück an einen herrlichen Sommer mit meiner Lieblingsfamilie.

1.       NO EXPECTATIONS

„..das mache ich in Frankreich, da haben wir dann ja sooo viel Zeit.“ war unser Standardspruch in den Wochen vor den Sommerferien. Alles irgendwie anstrengend, so viel noch zu organisieren, aber bald würden wir viele Tage ohne Ablenkung in unserem Häuschen sitzen.
Natürlich wollten wir vor allem entspannen und Quality Time mit den Kindern verbringen. Aber ich wollte zumindest nebenher ein paar Bücher lesen, an einigen Blog-Artikeln schreiben, das Haus verschönern, viel Sport machen und mit meiner Abschlussarbeit für die Coaching-Ausbildung beginnen.
Eigentlich hätte ich es besser wissen müssen. Denn bei drei Kindern gibt’s eher selten mal grade nichts zu tun. Wir hatten teilweise sogar Babysitter dabei und manchmal gingen die großen Kids in die Betreuung; trotzdem wurde ich ganz unruhig als ich merkte, dass das so nicht klappen würde. Nach ein paar Tagen habe ich es begriffen und meine Erwartungen bewusst heruntergeschraubt. Ein Stündchen abends lesen, das ging. Zwanzig Minuten Sport am Tag lässt sich auch in Anwesenheit der Kinder immer unterbringen. Und hier und da ein bisschen was im Haus tun (beispielsweise ein Bild pro Tag aufhängen).

Erwartungen herunterschrauben!

Das ist für Menschen wie uns ganz schön schwer!! Ich werde leider unzufrieden, wenn ich nicht ein Häkchen an eine ToDo Liste machen kann oder einen Tag lang nichts „Produktives“ getan habe. Im Job bekommt man dadurch ziemlich viel gewuppt. ABER es macht einfach unzufrieden, wenn man sich Dinge vornimmt, die man dann nicht schafft. Also seid lieber realistisch. Denn sonst vergisst man leider auch ganz schnell, den Urlaub zu genießen!

Kinder sind unberechenbar

Am besten gelingen solche Urlaube also, wenn ihr euch möglichst gar nichts vornehmt. Habt keine abgefahrenen Erwartungen! Auch nicht an irgendwelche fancy Ausflüge. In der Provence gibt es unheimlich viele tolle Dinge zu tun, Dörfchen zu besichtigen, Märkte zu besuchen, die herrlichen Städte der Côte d’Azur, Bootstouren, die Verdon Schlucht. Doch bei 35 Grad und mit drei Kindern, davon ein Baby, ist das einfach nicht mehr wie früher. Da wird der Stadtbummel unter Umständen zur Tortur.
Wir waren etwa einmal auf dem örtlichen Markt; bis wir die ganze Mannschaft dorthin bewegt hatten (man will sich im Urlaub ja auch nicht hetzen
😉) war es Mittag. Keine Parkplätze mehr, also erstmal einen Kilometer durch die Mittagssonne. Das Baby schreit, die Kinder können nicht mehr, müssen Pipi. Dort angekommen schieben wir uns durch die Menschenmassen, in ständiger Panik, eins der Kinder zu verlieren. Sie wollen alles kaufen (das Mädchen Armbänder, der Junge billiges Spielzeug aus China) und fragen vorwurfsvoll, was wir denn auf dem Markt tun würden, wenn wir gar nichts kauften. Die Stimmung sinkt, alle werden hungrig, wir schwitzen unterm Sonnenschirm im Restaurant und die Enttäuschung ist groß, als die Chicken Nuggets keine Chicken Mc Nuggets sind, sondern Knochen haben. Hätten nicht unsere wundervollen Babysitterinnen heimlich für jeden ein Namensarmband erstanden, der Tag wäre völlig gelaufen.
Den nächsten Tag haben wir einfach nur am Pool verbracht und es war herrlich.

Selbstbestimmung gleich null

Nicht nur im Berufsleben gilt – je mehr Freiheit und Selbstbestimmung dem Mitarbeiter ermöglicht wird, umso zufriedener, motivierter und damit erfolgreicher ist er. Leider ist Muttersein aber wie im mittleren Management eines Konzerns: Man ist zwar der Chef, so richtig selbst entscheiden, was man wann tut kann man aber trotzdem nicht. Die Kids müssen essen, teilweise schlafen, und spielen garantiert nicht friedlich in der Ecke, wenn man in Ruhe in der Sonne chillen möchte. Doch auch hier gilt: Am besten ihr nehmt euch gar nicht erst vor „nach dem Mittagessen halte ich gemütlich ein Schläfchen am Pool“, sondern packt die Gelegenheit spontan am Schopf, wenn grade mal alle brav und vor allem mit sich selbst beschäftigt sind. Und eigentlich ist es ja auch ganz cool, mal wieder wild im Pool zu toben, statt nur faul am Rand zu liegen.

FAZIT: Nehmt euch möglichst wenig vor und schraubt die Erwartungen nicht zu hoch; erfreut euch stattdessen an spontanen Gelegenheiten, die sich ergeben.

2.       ENJOY

Baby Nummer drei hat uns nochmal richtig zurückgeworfen. Die Großen sind schon echt selbständig und man kann alles Mögliche mit ihnen unternehmen. Wir waren zum Beispiel Standup Paddlen, jeder hatte einen auf dem Board. Die gute Nachricht ist aber, wir wissen beim letzten Kind genau, wie schnell diese ersten Jahre verfliegen. Und wie mega süß die Kleinen in den ersten drei Jahren sind. Schwups, sind sie in der Schule und wir werden ganz wehmütig.

Am allerwichtigsten also: Genießt es! Genießt diese Urlaube mit euren Kids. Denn es werden aufs Leben gerechnet gar nicht so viele sein – spätestens in der Pubertät hat bestimmt keiner mehr Lust auf uns und dann sehnen wir uns die Zeiten herbei, in denen ständig jemand bettelt „Mama, spielst du mit mir?“.

Wenn man sich das immer wieder ganz bewusst vor Augen hält und sich aktiv auf die Kinder einlässt, macht der Urlaub gleich viel mehr Spaß. Wenn es mich dann doch mal wieder nervt, dass ich nicht dazu komme, etwas Bestimmtes für mich zu tun, denke ich immer zurück an meine Kindheit und wie toll es war, bestimmte Aktivitäten mit meinen Eltern zu machen. Es ist also alles eine Sache der Einstellung!

Spätestens wenn wir zurück sind und wieder alle in Kita, Kindergarten, Schule und Krankenhaus sind, werde ich die vier vermissen. Erst recht, wenn ich in ein paar Monaten wieder arbeite. Also statt mir ständig zu überlegen, was ich jetzt EIGENTLICH alles tun könnte, versuche ich ganz bewusst im Hier und Jetzt zu leben und mich daran zu erfreuen, wie gut ich es habe. Ich könnte mir vorstellen, dass dieses Genießen dem einen oder anderen von euch sogar viel leichter fällt als mir 😉

Fazit: Genießt es ganz bewusst, aktiv Zeit mit den Kindern zu verbringen!

3.       BREAKS & HELP

So herrlich der Familienurlaub im eigenen Häuschen in der herrlichen Provence auch ist, es kann jederzeit ein Lagerkoller drohen. Ständig will jemand was von mir, da kann ein normaler Job mitunter stressfreier sein (zumindest kann ich mich theoretisch mal ins Büro verziehen und in Ruhe an etwas arbeiten). Und weil ich das weiß, haben wir vorgesorgt:

Babysitter an board

Für einen Teil des Urlaubs hatten wir zwei Babysitter dabei. Freie Kost und Logis gegen Unterstützung mit den Kids. Der Schlüssel vier Erwachsene auf drei Kinder ist einfach viel lässiger 😉 Wir kennen (und lieben) Leonie mittlerweile schon lange, da war klar, dass ihre beste Freundin genauso ist. Es war ganz herrlich mit den beiden und sie hatten glaube ich echt auch eine gute Zeit. So konnten wir die Standup Paddle Aktion am See machen oder mal zu zweit in Ruhe auf einen Antikmarkt.

24h Zweisamkeit..

Das Allerbeste aber war der Kurztrip mit meinem Mann, den Greta und Leonie uns ermöglichten. Einfach mal 24h raus, nur wir zwei. Wir sind in ein herrliches Hotel in Eze gefahren und hingen zusammen ab, haben ganz viel gelesen und gequatscht, waren in Ruhe schick essen und haben die Gegend erkundet. Das ist so mega wichtig, sich diese Zweisamkeit immer wieder zu schaffen! Diese paar Stunden waren wunderwunderwunderschön und man genießt das dann so richtig intensiv.

..und 24h ganz allein

Dann war da noch die Hochzeit von sehr guten Freunden, zu der wir eingeladen waren – mitten in unserem Urlaub. Wir haben ewig rumüberlegt, Urlaub verkürzen war genauso wenig eine Option wie mit der ganzen Kinderschar einzufliegen. Da ich beide aus meiner Traineezeit kenne und 50% der Hochzeitsgesellschaft Freunde sein würden, entschieden wir, dass ich alleine fliegen würde.
Mag stressig klingen, wars aber gar nicht. Im Gegenteil. Reisen ohne Kinder ist wie Großeinkauf bei REWE online: so bequem! Ich habe morgens meine Sachen gepackt, bin zum Flughafen gefahren, habe unterwegs die Ruhe genossen und die ganze Zeit gelesen, bin ins Hotel eingecheckt und zur Hochzeit gegangen. Es war auf jeden Fall die Party des Jahres, wir haben die ganze Nacht getanzt und ich hatte einen herrlichen Tag mit vielen guten Freunden und ehemaligen Trainee-Kollegen, die ich lange nicht gesehen hatte. Am nächsten Morgen hat mich keiner um 6h geweckt (ok, ich musste trotzdem aufstehen weil mir bisschen übel war
😉) und ich bin wieder zurück nach Nizza geflogen.

Solche Aktionen sind geil! Bequemlichkeit bedeutet nämlich nicht unbedingt, dass es dann auch besser ist. Und mit einem Tag Abstand, an dem man sich mal nur um sich selbst gekümmert hat, freut man sich dann auch wieder wie ein Schnitzel auf die süßen Kinder.

Fazit: Schafft euch auch im Urlaub Freiräume, zu zweit oder auch nur für euch!

4.       ROUTINE

Wir haben im Urlaub oft den Zwang, jeden Tag ganz besonders zu gestalten und auszufüllen. Das mag klappen, wenn man als Paar unterwegs ist. Doch auch hier übernimmt man sich gerne und kommt am Ende zwar mit vielen Erlebnissen, jedoch nicht erholt wieder.
Urlaub mit Kindern ist da anders. Erstens ist man gezwungen, weniger zu unternehmen und zu planen (s.o.). Zweitens hat man einen echten Mental Break, da die Kinder einen die ganze Zeit beanspruchen (der positive Effekt davon ist etwas höher, wenn man arbeitet – mein Mann – als wenn man grade in Elternzeit ist – ich  
😉). Und drittens integriert man Routinen.

Das mag sich langweilig anhören, schließlich will man ja im Urlaub was erleben. Doch wenn man Kinder und Karriere hat, dann lernt man das Berechenbare zu schätzen. Ich habe irgendwo mal einen Bericht von einer Frau gelesen, die seit sie ein Kind ist in den gleichen Ort nach Italien fährt und wie krass hoch der Entspannungseffekt ist, wenn man weiß, was einen alles (entspannendes) erwartet.

Kinder brauchen Routine

Jetzt wollen wir ja alle, dass unsere Kinder möglichst brav und zufrieden sind im Urlaub. Und weil Kinder Routinen mögen und brauchen, bietet es sich an, diese auch im Urlaub zu integrieren. Das muss kein strenger, minütlich geplanter Tagesablauf sein. Aber zum Beispiel jeden Morgen mit Papa zum Bäcker. Selbst meine morgendliche Gymondo Aktion fanden sie cool. Ich habe wieder gemerkt, dass Kinder einfach am entspanntesten sind, wenn sie wissen, was sie erwartet. Dafür ist unser Haus perfekt. Durch den eigenen Pool ist genug Action geboten, ohne, dass man den Trupp jeden Morgen bewegen muss.

Bei mir selbst konnte ich das auch wieder feststellen: Wenn der Nachmittag mal anstrengend war, habe ich mich auf den Abend gefreut, wenn alle im Bett sind und ich mit meinem Mann und dem geliebten provenzalischen Rosé auf der Terrasse chillen kann.  

Fazit: Schafft euch auch im Urlaub mit Kids ein bisschen Routine, das erhöht den Entspannungsgrad!

Urlaub bei Oma

Am Ende der Sommerferien gibt’s für uns dann seit mittlerweile vier Jahren immer noch etwas ganz Besonderes: Eine Woche Urlaub bei meiner Mutter. Da kommen alle Enkel (welche schon alleine essen und laufen können). Sprich, dieses Jahr war die Kleinste noch nicht am Start. Trotzdem eine mega Woche für die Großen, welche sie mit ihren Cousins aus Regensburg verbringen und die sie sonst eher selten sehen. Und erst recht für mich!! Soviel Freiheit und Zeit.. denn wenn man drei hat ist ein Kind quasi kein Kind 😉

Endlich wieder Alltag

So semi cool waren die aller letzten Tage der Ferien: Mein Mann wieder am Arbeiten, Schule und Kindergarten hatten noch nicht wieder begonnen. Mein Sohn geht fürs letzte Jahr in einen neuen Kindergarten, so dass ich ihn dann wenigstens abgeben wollte. Keine Chance – das Berliner Modell sieht eine ausgedehnte Eingewöhnung vor, auch bei Fünfjährigen mit vier Jahren Kindergarten-Erfahrung. So konnten sich die beiden Großen noch einen weiteren Tag intensiv streiten, während ich das kranke und dadurch extrem unleidige Baby auf dem Arm herumschleppte. An diesem Abend war ich so durch, dass ich echt an mir gezweifelt habe („Du kommst nicht mal einen ganzen Tag mit deinen eigenen Kindern klar?!?). Doch auch diese Erfahrungen sind immer für etwas gut. In diesem Fall die Erkenntnis, dass es gut ist, dass ich keine SAHM bin und dass ich mich wieder so richtig auf den Alltag freuen kann. Sonst wäre der Abschiedsschmerz von den herrlichen Sommerferien zu fünft doch zu groß geworden..

 

Wie waren eure Sommerferien??

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