BUCHTIPP: Sexuell verfügbar

Meine erste Sommerlektüre in diesem Urlaub!

Aufklärung und Feminismus von einer tollen Autorin, deren ganz persönliche Geschichte berührt, mitreißt und mega zum Nachdenken anregt!

Über irgendeinen Instagram Kommentar bin ich kürzlich aufmerksam geworden auf dieses Buch. Einmal mehr bestätigt sich dadurch meine neue Liebe zu den Social Media – denn es hat sich sowas von gelohnt (und ich wäre sonst vielleicht gar nicht darauf aufmerksam geworden)!
„Sex sells“ ist sicher nichts Neues und reißerische Titel locken; in diesem Buch heißen sogar die Kapitel „Porno Girls“ oder „MILFS“ und verpacken damit herrlichsten Feminismus.

Feminismus ist heutzutage Pflicht

Anfänglich befürchtete ich noch , das Buch könnte zu radikal feministisch für mich sein. Aber im Gegenteil, es sollte Pflichtlektüre werden für alle jungen Frauen, für alle Mütter; bzw. je länger ich darüber nachdenke erst recht auch für alle Männer, Söhne, Väter, Großväter. Das Material ist geeignet für ALLE. Dieses Buch bekommt dieses Jahr jeder von mir zum Geburtstag geschenkt 😉

In Love mit der Autorin

Caroline Rosales schafft es, aufklärend, ohne dabei dogmatisch zu sein. Sie beschreibt all die Phänomene von sexueller Belästigung, über erste sexuelle Erfahrungen, Muttersein, Promiskuität, über Essstörungen und Rollenverständnisse anhand ihrer eigenen, ganz – und teilweise sehr – persönlichen Erfahrungen. Mich hat sie damit total berührt und ich habe im Laufe des Lesens eine richtige Zuneigung zu ihr entwickelt.

Besonders cool waren für mich die Tatsachen, dass ihre Heimatstadt Bonn ist, wo ich aktuell wohne, und dass wir gleich alt sind. So waren die Geschichten auch eine Zeitreise durch meine eigene Jugend (in Bezug auf Mode, Musik, Ausgehverhalten, Dating…).

MILFS

Mein Lieblingskapitel heißt MILFS und obwohl wir berufs- und beziehungstechnisch ganz unterschiedliche Leben führen, konnte ich mich darin ziemlich mit der Autorin identifizieren. In diesem Kapitel diskutiert sie ausführlich die Schwierigkeiten des Mutterseins in unserer Gesellschaft, ohne dabei jammerig zu sein. Hier nur eine Mini-Auswahl meiner Lieblingszitate:

„Gegen den Satz „Ein Kind braucht seine Mutter“ müssten sich Frauen gleich von Anfang an wehren – das beginne schon bei der Partnerwahl. (…) In Deutschland gehen Männer und Frauen als modernes Paar in den Kreißsaal hinein und kommen als 50er-Jahre-Paar wieder heraus“.

„Wer von seinem perfekt geplanten Leben so durchgefickt wird, der braucht keinen Sex mehr.“

„Ich will eine Frau erleben, die mal offen sagt, eine dieser braven Ehefrauen und Mütter, dass sie sich gerade wünscht, dass der 20-jährige Kellner sie jetzt auf der Café-Toilette vögelt, so richtig hart von hinten.“

Die perfekte Sommerlektüre

Die Lektüre von „Sexuell verfügbar“ ist super kurzweilig und klärt nebenher auf. Es liest sich durch die starke autobiografische Prägung easy wie ein Roman und regt gleichzeitig mega zum Nachdenken an.
Bei mir sah das immer in etwa so aus: In der Sonne lesen – im Pool auf der Luftmatratze sinnieren – im Bett lesen – mit meinem Mann diskutieren – lesen – unsere 17-jährigen Babysitterinnen von der Wichtigkeit des Themas überzeugen 😉

Selektiver Feminismus

Als ich „Das Kind in dir muss Heimat finden“ gelesen habe, hatte ich ständig den Zwang, mein Umfeld tiefenpsychologisch zu analysieren. Nach „Sexuell verfügbar“ sind es feministische Themen. Ich bin seit Neustem ein großer Gymondo Fan – doch Warum um alles in der Welt startet die Trainerin ihr „Brazilian Butt Workout“ mit den Worten „..mit diesem Hintern machst du alle Männer im Club heiß!“…?!?!
Ist diese feministische Denkweise schlecht? NEIN, natürlich nicht. Denn uns geht es super als Frauen heutzutage, aber es gibt trotzdem noch einiges zu tun. Damit nerve ich die Leute dann gerne. Und vergesst nie – feministisch bedeutet nicht männerfeindlich!
Für meinen Mann bin ich übrigens selektiv feministisch – wenns ums Grillen, Auto waschen, Lampen anbringen oder Tür aufhalten geht, bin ich nämlich gerne etwas traditioneller 😀

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