CHANGES ARE CHANCES! Und Krisenzeiten sind Hiltizeiten!

Veränderungen bringen immer etwas Neues, geben den Anstoß, neu zu denken, zu handeln, sich neu auszurichten. Changes are chances – das ist schon immer mein Motto. Die aktuellen Veränderungen, verursacht durch Corona, bringen ganz besonders krasse Herausforderungen, die erstmal so gar nicht positiv erscheinen. Trotzdem soll dieser Artikel inspirieren und motivieren, à la „wie macht ihr das eigentlich zuhause/bei Hilti“:

Es geht um meinen bzw. unseren ganz persönlichen Umgang mit der Krise, wie wir den Spagat zwischen zwei Fulltime-Jobs und drei Kindern managen; wie wir versuchen, die schönen Dinge, die daraus resultieren, zu genießen. Außerdem geht es um Hilti – wie es sich anfühlt, neu zu sein mitten in einer der schlimmsten wirtschaftlichen Krisen der letzten Jahrzehnte; aber auch wie cool es ist, ein Hiltianer zu sein und für ein Unternehmen zu arbeiten, das menschenorientiert und langfristig ist. Worum es nicht geht: Ich gebe keine Bewertung der gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Gesamtlage ab – das tun andere, die dafür sicher besser qualifiziert sind 😉

Romantisches Homeoffice

Homeoffice ein bis zweimal pro Woche finde ich super, man bekommt echt viel geschafft und spart sich Fahrtzeiten. Die letzten drei Wochen vor den Osterferien saß ich permanent hier an meinem Schreibtisch mit herrlichem Ausblick auf das Siebengebirge. Zwischen den Skype Calls gemütlich ein Käffchen oder eine Runde mit den Kindern spielen, nebenher noch ein bisschen Homeschooling, in der Mittagspause im Wald laufen gehen. Natürlich nicht.
Ich habe versucht, das Beste draus zu machen. Eine Woche hatte mein Mann frei, weil auch im Krankenhaus das „Split Operations“ Modell gefahren wurde. Da war es tatsächlich ein bisschen so. Die anderen Tage waren eher grenzwertig. Hätten wir Danna, unsere Aupair nicht, wir wären komplett aufgeschmissen gewesen. Aber auch Danna kann nicht 8-10 Stunden am Tag allein auf drei Kinder von 1, 5 und 6 aufpassen.

Exakt getakteter Tagesablauf

Also bin ich ganz früh raus, an den Schreibtisch, habe eine Telko nach der anderen geführt, und versucht über Mittag 1-2 Stunden frei zu machen. Essen kochen, bisschen spielen und wieder ran an den Schreibtisch, Kopfhörer rein. Die Kinder verstehen meist nicht, wenn ich am Telefonieren bin, kommen rein, stellen Fragen oder wollen mir was zeigen. Ich kann keiner Sache so wirklich 100% gerecht werden. Abends brummt mir der Schädel und auch vom „nur rumsitzen und telefonieren“ bin ich völlig platt und würde am liebsten gar nicht mehr kommunizieren. Doch ich will natürlich auch noch ein bisschen die Zeit mit den Kids verbringen. Wenn sie schließlich im Bett sind, kann ich nochmal in Ruhe Emails abarbeiten – yeah! Zum Glück gibt’s keine Abend- oder Wochenendveranstaltungen oder -verpflichtungen, so haben wir wenigstens noch Zeit für den Haushalt (die Wasch- und Putzhilfen kommen nämlich auch nicht mehr). Ich bin gefühlt die best-organisierteste Mutter aller Zeiten, aber ohne die gewohnte Hilfe wird’s einfach knapp. Mein Tag hat zu wenig Stunden, das bedeutet Priorisieren; meine Prios kennt ihr 😉 – Kinder und Karriere! Also siehts bei uns zuhause bisschen schmuddelig aus, so dass Danna sich die Tage schließlich ein Herz fasste und uns beim Dinner fragte „Isch kann putzen bei euch??“ 😀

Danke, Danna!

Ohne Aupair wären wir echt aufgeschmissen. Ich habe in den letzten Wochen ein paarmal überlegt, was wohl passiert wäre, wenn wir uns vor einigen Monaten nicht dafür entschieden hätten. Oder – noch schlimmer – wenn wir nicht genau Danna bekommen hätten!! Auch sie hat sich den Aufenthalt in Deutschland sicher anders vorgestellt; jetzt hockt sie 24/7 mit uns zuhause. Kein Sprachkurs, keine Freunde, kein Sightseeing. Und sie hat noch nicht ein einziges Mal gemeckert. Im Gegenteil, sie ist trotzdem immer gut drauf, wird nicht müde, sich coole Dinge für die Kinder auszudenken und ist bei allem dabei. Wenn Eltern und Kinder zu viel voneinander haben, spürt sie das und lenkt die Kids ab. Wenn ich wichtige Telkos habe, sorgt sie dafür, dass keiner stört, abends machen wir beide zusammen Gymondo im Garten. Ich habs hier schon einmal geschrieben, ein 3:3 Schlüssel ist einfach geiler, wir gehen uns alle weniger auf die Nerven und jetzt in der Urlaubszeit hat auch jeder mal seine Momente für sich. Meine Tochter sagte die Tage „Ich liiiiiiebe Danna!“ und das trifft es genau! Sie gehört voll zur Familie und sie ist für uns DIE Rettung in der Krise 😊

Probezeit in der Krise

Niemals hätte ich vor ein paar Wochen, als ich meinen neuen Job angetreten habe, sowas erwartet. Und natürlich wächst das Unwohlsein in Zeiten von Rezession, Kurzarbeit, Einstellungsstopp und co., wenn man sich noch in der Probezeit befindet. Kurz habe ich mich sogar mal bei diesem Gedanken ertappt: „Oh mann, wärst du doch einfach im sicheren Hafen geblieben, dann müsstest du jetzt nicht monatelang bangen. Keine Ahnung wie diese Situation hier noch ausgeht.“ Aber im selben Moment war mir klar, dass das völliger Quatsch ist. Denn:

  1. Wer nicht wagt, der nicht gewinnt! Man kann ja schließlich im Leben nicht immer auf maximale Sicherheit setzen und alle möglichen Eventualitäten bedenken (ich zumindest nicht). Das widerspricht meinem Naturell, so kommt man nicht weiter.
  2. Was ist der very worst case? Die Krise ist so schlimm, dass Hilti seine Mitarbeiter in Probezeit nicht behalten kann. Ok, dann ist das eine Herausforderung für mich und ich muss mir eben Gedanken machen, was ich stattdessen machen kann. Was nicht tötet, härtet ab.
  3. Circle of Influence! Liegt das gerade in meinem Einflussbereich? NEIN. Was ich beeinflussen KANN, ist, einen guten Job zu machen. Mich reinzuhängen, wie ich es sowieso immer tue. Meinen kleinen Beitrag dazu zu leisten, dass der wirtschaftliche Schaden für meine Firma nicht ganz so schlimm wird.
  4. Bedenken offen äußern. Ich habs einfach angesprochen, hab meinen Chef, Kollegen gefragt, die schon sehr lange dabei sind. Dass mir hier keiner eine Garantie aussprechen kann, ist mir klar. Aber Hilti lebt echte Mitarbeiterorientierung vor; Entlassungen gehören hier überhaupt nicht zum Mittel der Wahl, das war schon in der Krise vor zehn Jahren so. „Trust HILTI“ – ok, mache ich!

Krisenmanagement bei Hilti

Ich bin wirklich beeindruckt, wie souverän mein Unternehmen diese Krise managt. Es wird unendlich viel kommuniziert – von regelmäßigen Videobotschaften aus dem Top Management über zweimal tägliche Team Calls, die Pflicht sind. Im ersten Moment war ich ein bisschen geschockt, über so viel Vorgaben im Homeoffice. Bekommt das nicht jeder in Eigenverantwortung hin? Doch genau dieses ständige Miteinander-in-Kontakt-bleiben, diese feste Struktur hat uns in den letzten Wochen die nötige Sicherheit gegeben. Die Kommunikationskaskaden funktionieren, Entscheidungen werden nicht nur schnell getroffen, sondern ebenso schnell kommuniziert und umgesetzt. Die Maßnahmen sind nicht einfach nur Zuckerschlecken, aber sie sorgen zuerst für die Gesundheit aller, dafür, dass wir weiterhin für unsere Kunden dasein können, aber auch dafür, dass die wirtschaftliche Stabilität weiterhin gesichert ist. Hilti gilt als menschenorientiert, finanzstark und langfristig und das zeigt sich jetzt in der Krise!

Vertrieb ohne Kundenbesuche

Natürlich hatte ich mir das alles etwas anders vorgestellt. Im Direktvertrieb trifft man Kunden. Das gestaltet sich schwierig, wenn viele Kunden ihre Werke geschlossen, die Produktion gestoppt haben. Erst recht aus dem Homeoffice, und wenn man sie noch nicht mal wirklich kennt. Ich war je zweimal eine Woche zum Training in Kaufering, eine Woche im Hilti Store in Bonn, war drei weitere Wochen in Einarbeitung und mit meinen Verkaufsberatern unterwegs und jetzt seit einiger Zeit im Homeoffice.

Teambuilding virtuell

Ich habe ein Team, das ganz neu zusammengesetzt ist, sich teilweise kaum kennt, und sich jetzt über Skype finden muss. Ich hatte kaum Gelegenheit, die Arbeitsweisen, Stärken und Herausforderungen meines Teams kennenzulernen. ABER ich muss sagen, die letzten Wochen haben uns echt zusammengeschweißt. Wir lernen einander super kennen durch die täglichen Skype-Calls. Wir unterstützen uns gegenseitig, haben interne Kompetenzaufbausessions abgehalten und gemeinsam beim Kunden via Skype gepitcht. Wir motivieren uns gegenseitig und am allerwichtigsten: Wir haben Spaß! Meine Kollegen haben dafür gesorgt, dass ich auch im öden Homeoffice jeden Tag super gerne aufgestanden bin und den Job gerne mache!

Digitalisierung

Jetzt geht es also um die Wurst, jetzt können wir checken, was die Digitalisierung wirklich kann. Wie viel Virtualität geht. Selbstverständlich ersetzt nichts einen echten Kundenbesuch. Trotzdem – jetzt haben wir die einmalige Möglichkeit, auch mal andere Alternativen zu testen. Diese Chance sollten wir unbedingt nutzen, denn man muss sich aktuell bei niemandem erst das Verständnis dafür einholen, dass man sich in einer Skype-Konferenz trifft. Wir können neue Tools nutzen, Kunden auch telefonisch betreuen und unseren riesigen Schatz an tollen Youtube-Videos und Webinaren nutzen. Wir können Reisekosten sparen und effizient Meetings über lokale Grenzen hinweg unkompliziert abhalten.

Verantwortung – heute mal nicht

In den letzten Wochen ging es für mich vor allem um meine Familie und mein Team: Dass es allen gut geht und sie gesund bleiben; dass sie keinen Lagerkoller bekommen, dass sie motiviert bleiben. Das hört sich so easy-peasy an, aber ist für mich schon ganz schön viel Verantwortung, gepaart selbstverständlich mit der Verantwortung für meine Kunden und meine Umsätze.

Ich liebe es, Verantwortung zu übernehmen. Jetzt in der Krise sitze ich aber manchmal abends vor der Tagesschau und bin einfach nur happy, dass es Entscheidungen gibt, die ich NICHT treffen muss. Manchmal tut es echt gut, dass jemand anderes sie für einen triff. Man kann sich darüber aufregen, dass es Ausgangssperren und Urlaubspflicht ohne die Möglichkeit zu verreisen gibt und man dies und jenes nicht kann. Ich kann mich aber auch einfach daran halten, mich freuen, dass meine Familie und ich gesund sind und das Positive daraus ziehen:

  • Intensive Zeit als (Groß-)Familie
  • Trampolin springen bis zum Umfallen!
  • Geld sparen (Putzhilfe, essen gehen, shoppen, Sprit..)
  • Fahrradtouren ohne Ende
  • Seit Wochen schönes Wetter!
  • Die Nachbarschaft auf der Straße besser kennenlernen (natürlich auf 2m Abstand)
  • Digitalisierung (Danna hat die Tage eine virtuelle Party mit ihren Aupair-Freundinnen gemacht 😊)
  • Ein gemeinsamer, größerer Feind lässt zusammenrücken
  • Keine berufliche Reisetätigkeit
  • Entschleunigung
  • Privat kein Terminplan mehr notwendig
  • Zelten im Garten
  • Besinnen auf das wirklich Wichtige (Gesundheit!)
  • Sonnenaufgang auf der Godesburg
  • Grillen grillen grillen

..und wer weiß, wie oft wir uns in einigen Jahren noch an diese Zeit erinnern werden, und welch tolle Veränderungen sie uns gebracht hat!

2 Antworten auf „CHANGES ARE CHANCES! Und Krisenzeiten sind Hiltizeiten!“

  1. Ja, Riesenchance für die Natur, unseren Planeten und damit die jüngere Generation. Da wir es von alleine nicht schaffen, auf Flüge und Umweltraubbau zu verzichten, hilft dieser Stillstand hoffentlich, dass sich unsere Mutter Erde erholt. Wir leben in der Naehe des Frankfurter Flughafens und gehen momentan gerne an der Startbahn-West spazieren. Ein wunderschönes Naturschutzgebiet, über das seit leider seit 1984 alle 60 Sekunden ein Flugzeug mit ohrenbetäubendem Lärm startet. Jetzt sind es noch drei oder vier in der Stunde. Geisterhaft. Man will auch nicht wirklich demnächst eine Atemschutzmaske aufziehen müssen, wenn man Supermarkt oder S-Bahn betritt, aber so wird es wohl kommen. Bill Gates sagt, bis ein Impfstoff da ist, dauert es 18 Monate. Aber wie gesagt, Riesenchance für die Menschheit. Wollen wir nur hoffen, dass wir und unsere Angehörigen in 18 Monaten auch noch alle da sind.

    1. Hallo Jörg, danke für deinen Kommentar! Darüber habe ich in letzter Zeit auch sehr viel nachgedacht. Ich hatte zuletzt das Buch “Wir sind das Klima” gelesen und vor Corona viel überlegt, ob und wie man es schaffen könnte, die großen Massen zu bewegen. Und dann kommt der Stillstand einfach mal so über Nacht. Ob und inwieweit das eine Auswirkung haben wird, wird sich zeigen; aber zumindest regt diese Zeit unheimlich zum Nachdenken an und ich glaube das auch in diesem Bereich die Krise eine absolute Chance ist, Einiges zu ändern auf dieser Welt. Und im Kleinen natürlich jeder in seinem eigenen Leben. Ich glaube, ich werde Vieles wieder ganz anders schätzen können. Aber auch in der Arbeitswelt wird sich bestimmt Einiges ändern, im Umgang mit (Fern-)Reisen. Ich stimme dir zu – eine Riesenchance, die wir ergreifen sollten.
      Hier noch ein ganz interessanter Artikel dazu, den ich grade gelesen habe: https://www.spiegel.de/politik/deutschland/corona-krise-welche-welt-wollen-wir-nach-covid-19-a-7ad10548-16ed-4f3e-b234-a72d965b0b71

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