Der erste Monat bei Hilti! Meine Lernkurve geht durch die Decke – Komfortzone Fehlanzeige.

Ich bin völlig platt, mir schwirrt der Kopf, aber ich bin mega happy! Dieser Blogpost handelt von meinem ersten Monat im neuen Leben – den Ups and Downs, meinen Gefühlen, wie es organisationstechnisch läuft und warum Hilti ein echt gutes Unternehmen ist!

Zwischen Networking und Dübeln

Freitag, 28.02.20, 18h, grade bin ich nach einer Woche nach Hause gekommen, habe ENDLICH meine MEGA süßen Kinder wieder in die Arme genommen und hocke nun in einer völlig überhitzten Umkleide, während mein Sohn schwimmen lernt. Eine komplett andere Welt.

Die letzte Woche habe ich zum Teil im Training im Hilti Headquarter in Kaufering, und zum Teil in Strategie-Meetings mit meinen Peer-Kollegen verbracht. Zwischendrin versucht, meinen Mitarbeitern einigermaßen gerecht zu werden, das operative Tagesgeschäft zu managen, gefühlt 50 neue Systeme zu verstehen und zu bedienen, möglichst viel zu netzwerken, meine Kollegen mit Fragen zu löchern, die Unterschiede zwischen mechanischen und chemischen Dübeln zu verstehen, um die Dübel anschließend zulassungskonform zu setzen, die Angst vor den Funken beim Gebrauch eines Winkelschleifers locker zu überspielen, mit meinen Kollegen zu telefonieren und bei alldem nicht den Kopf zu verlieren und einigermaßen kompetent zu wirken 😉

Soooo viel auf einmal

So viel Input hatte ich lange nicht mehr, ich habe das Gefühl, gar nichts zu wissen, immer hinterher zu sein und keinem Kollegen und keiner Sache so richtig gerecht zu werden; von meiner Familie ganz zu schweigen. Nachts träume ich von roten, hochleistungsfähigen Bohrhämmern mit Aktiver Vibrationsreduktion, von innovativen Schienensystemen und Rohrschellen.
Zumindest schlafe ich in diesen Hotelnächten durch, das kompensiert diese ziemlich anstrengende Phase zumindest ein bisschen.

Loslassen und Verantwortung teilen

Als ich am Montagmorgen losgefahren bin, war ich total durch, weil ich nicht geschlafen hatte – krankes Kind. Beim Gehen war ich total hin- und hergerissen zwischen der Sorge um mein krankes Kind und dem Impuls, bei ihr bleiben zu müssen vs. der insgeheimen Erleichterung, dass mein Mann die kommenden vier Nächte würde aufstehen müssen. Verantwortung gegenüber dem Kind vs. Verantwortung im neuen Job? NEIN, das ist Quatsch, denn wir teilen uns die Verantwortung für die Kinder!! Für (unsere) Kinder macht es absolut keinen Unterschied, ob Mama oder Papa für sie da sind, das schlechte Gefühl kommt einzig und alleine von mir selbst und meinem nicht gerechtfertigten schlechten Gewissen. Es war seit Wochen klar, dass ich diese Woche raus bin. Also muss ich auch einfach mal loslassen können (predige ich ja selbst immer). Doch das fällt in solchen Situationen zugegebenermaßen auch einer abgebrühten Working Mom wie mir nicht leicht 😉

Einlassen auf Hilti

Ich glaube für meinen Mann ist die Umstellung grade ähnlich anstrengend wie für mich – er hat zwar den altbekannten Job, muss aber wieder ganz anders ran als mit Frau in Elternzeit. Wobei jetzt mit Aupair Vieles echt entspannter ist; mein Mann muss super früh weg morgens und früher hätte er sich Urlaub nehmen müssen, wenn ich mehrere Tage weg war. Die Quintessenz ist also: Ich konnte mich ganz entspannt auf meinen neuen Hilti-Kosmos einlassen!

Trotzdem bin ich jetzt, fünf Tage später, todmüde und hatte auf dem Rückweg ernsthaft überlegt, heimlich nochmal irgendwo anzuhalten, um zu schlafen und damit gewappnet für das anstehende Wochenende mit der Familie zu sein.

Warum ich mir diesen Stress gebe?

(werde ich super oft gefragt!) Weil mir Arbeiten Spaß macht. Weil ich mich gerne mit Menschen umgebe, mit engagierten, motivierten Menschen, die Bock haben, was zu bewegen. Weil ich gerne im Team arbeite, weil ich gerne produktiv bin, gerne Anerkennung bekomme und gerne (mein eigenes) Geld verdiene.
Ganz besonders viel Spaß macht mir die Arbeit bei Hilti, und zwar wegen meiner Kollegen. Erst jetzt, nach diesen ersten Arbeitswochen nach mehr als einem Jahr Pause merke ich so richtig, wie mir das bei aller Freiheit gefehlt hatte. Kollegen und Kunden, Zugehörigkeit, Herausforderungen.

Ich habe mich in den letzten Wochen noch nicht einmal innerhalb meiner Komfortzone gefühlt. Doch gleichzeitig geht meine Lernkurve sowas von durch die Decke, ich liebe das!!!

The Hilti Way

Das krasseste aber ist, dass ich bisher bei Hilti noch keinen gefunden habe, den ich doof finde. Ich kann es noch nicht genau beschreiben und in Worte fassen, aber irgendwas haben wir Hiltianer in unserer Unternehmenskultur, das anders ist. Der riesige Stolz, der wertschätzende und herzliche Umgang miteinander. Klar, Hilti ist auch nur ein Konzern – mit vielen Prozessen, multiplen aber nicht unbedingt immer kompatiblen IT-Systemen, Diskussionen zwischen Schnittstellen und Wachstumsdruck. Es wird viel diskutiert, auch mal gejammert und sich beschwert. Aber trotzdem ist da dieser krasse Zusammenhalt, eine schier unendliche Hilfsbereitschaft und trotz teils heftiger Meinungsverschiedenheiten in der Sache, bleiben alle respektvoll miteinander.
Ich habe noch keinen Innendienstler am Telefon ausflippen hören, ich stand noch nicht einmal alleine da. Alle sind sehr integer, noch nie habe ich ein Unternehmen erlebt, wo die vereinbarten Werte so ernstgenommen und gelebt werden. Das spürt man und das umgibt alle mit dieser Aura, die dafür sorgt, dass ich mich wohlfühle.

Die Mutti von der Telekom

Klar, ich bin ein Exot. Und klar falle ich damit auf. Meistens ernte ich verwunderte Blicke, wenn ich erzähle, wo ich herkomme. Bei Hilti sind interne Karrieren üblich. Manchmal sehe ich den Kollegen an, wie sie zwar freundlich nicken, sich insgeheim aber fragen, was genau die Mutti von der Telekom jetzt hier eigentlich will. Einer hat es die Tage sogar halb im Spaß, halb Ernst ausgesprochen: „Ich habe mich eh gewundert, warum sie dir diesen Job gegeben haben?!?“ Doch auch diese anfängliche, nachvollziehbare Verwunderung äußert sich nie negativ. Meist bekomme ich schon nach kurzer Zeit positives Feedback: „Irgendwie cool, der frische Wind von außen, den du hier reinbringst!“

Und das ist das tolle an Hilti: Ein Familienunternehmen mit jahrelanger Tradition, Premium-Produkten und vielen treuen Hiltianern; aber eben auch ein moderner, internationaler Konzern, der verstanden hat, dass Diversität nicht rumlabern und schöne Folien bedeutet, sondern der es einfach umsetzt. „Klar brauchen wir Leute wie dich. Klar müssen wir umdenken. Klar brauchen wir Leute, die Vereinbarkeit von Familie und Karriere vorleben. Und klar brauchen wir in einem sicherlich eher Männer-dominierten Umfeld auch oder gerade auch Frauen.“ Ich freue mich riesig über diese Chance und weiß schon jetzt, dass ich mit Hilti die richtige Entscheidung getroffen habe.

Exzellenz @ Hilti

Die Tage hat mich jemand auf LinkedIn angeschrieben und nach den wichtigsten Kriterien gefragt, warum er zu Hilti gehen sollte. Neben den eben genannten Punkten sind mir in diesem ersten Monat besonders die folgenden Aspekte sehr positiv aufgefallen:

  1. Unternehmenskultur: Die Hilti Unternehmenskultur ist einmalig. Ein internationaler Konzern, der es geschafft hat, sich das Familiäre beizubehalten. Die Menschen machen dieses Unternehmen aus und ich bin mir sicher, das ist DER Erfolgsfaktor für Hilti. Jede Führungskraft hier weiß und lebt es so: Mitarbeiter entwickeln ist unsere wichtigste Aufgabe.
  1. Professionalität in den HR Prozessen: Recruiting, Stellenbesetzung, Entwicklung – das hat hier alles System. Und vor allem EIN System. Super strukturiert, super schlank und super konsistent. Was zählt sind die Hilti Werte, und zwar von der ersten Sekunde an, das beginnt direkt beim Vorstellungsgespräch. Wir schauen, dass der Mix in den Teams stimmt, von Alter über Geschlecht und Herkunft über professionellen Background wie Studium oder Handwerker. Der Einstellungsprozess funktioniert, bis hin zur voll-funktionsfähigen und vollständigen IT-Ausrüstung von Tag 1 an.
  1. Kein Overhead: Bei Hilti wird auf alle möglichen Overhead-Funktionen einfach verzichtet. Im ersten Moment war das etwas befremdlich für mich. Keine Assistentinnen, Kalendermanagement übernimmt jeder selbst, keine aufgeblasenen Backoffices und Gremien. Schon nach wenigen Tagen habe ich diese schlanke Aufstellung mega schätzen gelernt, ganz davon abgesehen, dass das natürlich unheimlich viel Kosten spart.
  1. Spannende Kunden: Wenn man als Hiltianer den Kunden besucht, ist man in der Regel gern gesehen. Die Kunden lieben unsere Produkte und schätzen unsere partnerschaftliche Zusammenarbeit auf Augenhöhe. Klar hatte ich auch hier schon meine kleineren und größeren Herausforderungen, etwa im Verhandeln von Preisen. Aber ich hatte noch viel mehr richtig coole Erlebnisse, z.B. die Besichtigung einer Müllverbrennungsanlage, einer Umbauhalle für Straßenbahnen und verschiedenster Industrieproduktionen. Das sind Einblicke, die einmalig sind und Kundenkontakte, die Spaß machen.
  1. Work-Life-Balance: Ein ausgelutschter Begriff, der aber wichtig ist. Bei Hilti wird das ganz ernst genommen. Das heißt natürlich nicht, dass alle Mitarbeiter es sich 9am-5pm gemütlich machen – im Gegenteil. Aber auch hier hat das Unternehmen erkannt, dass sich etwas ändern muss in der Gesellschaft. Ich wurde ausdrücklich gebeten, mein 8am-4pm weiterhin durchzuziehen und vorzuleben. Jetzt liegt es an mir!

4 Antworten auf „Der erste Monat bei Hilti! Meine Lernkurve geht durch die Decke – Komfortzone Fehlanzeige.“

  1. Liebe Theresia…toll geschrieben, man spürt den Energieschub und auch die vielen Herausforderungen und vor allem die Power! Mir machts beim Lesen gerade echt Spass, auch Hilitianerin zu sein😏. LG Mandy

  2. Hallo Theresia, cooler Blog. Als ExHiltianer verfolge ich diesen sehr gespannt. Zumals ein Mitarbeiter von Dir (Pierre Zschammer) durch mich zu HILTI kam. Ich war bis zum 1.3. bei Jonas im Parallel Industrie Team unterwegs. Ich wünsche Dir weiterhin viel Spaß und Erfolg.

    1. Hallo Sascha, vielen Dank für deine Nachricht – und sehr cool, dass du meinen Blog liest 🙂 Wo bist du mittlerweile gelandet? Herzliche Grüße, Theresia

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