BUCHTIPP (MUST read): Die 4 Stunden Woche von Timothy Ferriss

Vor dem Buch:

Ich mache aktuell ein zweimonatiges Online-Seminar bei Happy Rebels „Lebe wie du es willst – mit Job und Kindern“. Das Tortendiagramm meines Lebens (i.e. meine unterschiedlichen Rollen in Familie, Job, Freizeit) zeigt aktuell ein voll ausgelastetes, aber angenehmes, schönes und erfülltes Leben.

Die große Frage, die sich mir stellt: Wie wird es, wenn ich nächstes Jahr wieder arbeiten gehe? Wo kann ich etwas abschneiden, so dass Auslastung, vor allem aber Zufriedenheit auch so bleiben?

Da erinnerte ich mich, dass mir irgendwer mal dieses Buch empfohlen hatte, was immerhin „mehr Zeit, mehr Geld, mehr Leben“ verspricht. 

Nach den ersten Kapiteln:

Krass, der Typ hat völlig einen an der Klatsche. Aber gleichzeitig macht jeder einzelne Satz Sinn. Das Hörbuch fesselt mich, ich kann nicht aufhören zu hören und dehne meinen Spaziergang trotz strömenden Regens um eine Stunde aus. Ich muss ständig stehen bleiben, um mir inspirierende Zitate zu notieren. Hier eine erste Auswahl:

  • Wer nicht über seine Mittel lebt, dem mangelt es an Phantasie.
  • Ändern Sie die Regeln, alles Populäre ist falsch.
  • Das Leben muss hart sein, um Erfolg zu haben. FALSCH.
  • Nicht auf den großen Zahltag hinarbeiten, sondern kontinuierlichen Cashflow sicherstellen!
  • Seien Sie lieber produktiv als beschäftigt.
  • Weniger zu tun ist unabdingbare Bedingung mehr zu erreichen.
  • Etwas Unwichtiges wird durch die Tatsache, dass man es besonders gut macht, nicht zu etwas Wichtigem.
  • Geschäftigkeit ist eine Ausrede, nicht zu denken.

 

Schließlich..

..habe ich irgendwann aufgehört, mir beim Laufen immer Notizen zu machen, denn ich musste andauernd stehen bleiben und wenn die monotone Bewegung des Kinderwagens ständig unterbrochen wird, fängt das Baby an zu schreien. Außerdem habe ich festgestellt, dass ich dabei war, das Buch zu reproduzieren.
Mich hat selten ein Sachbuch so gefesselt und ich war – wie nach einem richtig guten Roman – am Ende traurig, dass es vorbei war.
Dieser verrückte Amerikaner hat mich echt inspiriert. Das Buch ist schon von 2007 und ich habe in den letzten Jahren immer mal Leute darüber reden hören. Jetzt ärgere ich mich, dass ich es nicht schon eher gelesen habe.
Ich finde, jeder muss die 4-Stunden Woche gelesen haben. Zuerst habe ich meinen Mann genötigt, damit ich gleich einen Diskussionspartner habe und ihm vor allem meine Ideen von gemeinsamen Weltreisen schmackhaft machen kann, ohne dass er denkt, ich bin völlig durchgedreht. Jetzt empfehle ich es allen, die meinen Blog lesen.

Wenn ihr gerade keine Zeit habt, ein Buch zu lesen oder zu hören, dann könnt ihr ja mal damit anfangen, einfach fünf Minuten intensiv über jedes der o.g. Zitate nachzudenken. Und davon gibt es noch 1.000 mehr, sogar mit dem entsprechenden Kontext.

Selbstverständlich lässt sich nicht alles 1:1 für einen selbst umsetzen. Das war auch die erste Reaktion meines Mannes (Chirurg): „Naja, das ist ja alles gut, aber in MEINEM Job geht sowas halt gar nicht, da ist alles ganz anders“. Klar, es ist immer alles ganz anders. Aber wir alle haben auch immer verdammt viele Ausreden, warum was wie nicht geht bei uns selbst.

Aber darum geht es auch nicht. Es geht darum, dass dieses Buch 13 Stunden Selbstreflexion bietet und einen darin unterstützt, das eigene (insbesondere berufliche) Leben ernsthaft zu hinterfragen. Und sich darüber Gedanken zu machen, was man eigentlich wirklich will. Etwa „wie ein Millionär“ leben; und warum? Gar nicht unbedingt wegen des Geldes selbst, sondern weil man dann so viele coole Dinge tun kann. Wie man dahin kommt, erklärt Tim Ferriss nicht nur überzeugend, sondern auch detailliert mit Anleitungen. Ganz kleines Manko: Da es über zehn Jahre alt ist, fehlt es an noch digitaleren Geschäftsmodellen.

Mein Lieblingskonzept neben Ferriss‘ Interpretation von Paretos 80/20 Regel sind übrigens die Mini-Ruhestände. Ähnliches hatte ich hier schon mal zu regelmäßigen Auszeiten geschrieben. Es ist total bescheuert, sein Leben damit zu verbringen, „auf etwas hinzuarbeiten“, im schlimmsten Fall den Ruhestand („..dann kann ich endlich reisen..“). Es ist viel besser, das Leben JETZT zu genießen, d.h. bei uns Leuten in der Rushhour des Lebens etwa regelmäßig Elternzeitmonate nehmen und nutzen. Und es macht einfach keinen Sinn, sich über Jahre mit etwas zu beschäftigen, was keinen Spaß macht. Das heißt nicht, dass man von jetzt an faul sein und nur noch gammeln soll – im Gegenteil, ich finde sogar ein bisschen mehr Durchhaltevermögen würde dem einen oder anderen nicht schaden. Aber wenn man aktiv daran arbeitet, es sich schön zu machen, hat man auch gar keinen Grund mehr zu jammern.

Mir mangelt es nicht unbedingt an Selbstvertrauen und -bewusstsein – aber nach dieser Lektüre habe selbst ich nochmal einen Boost erlebt. Ich glaube jetzt, ich kann alles schaffen, haben, sein was ich nur will. Wer irgendwie richtig was erreichen möchte im Leben, gleichzeitig aber nicht zum ausgebrannten Workaholic werden will, der sollte dieses Buch lesen.
Und da schließt sich der Kreis und wir sind angekommen beim Thema Vereinbarkeit. Wir sollten Timothy Ferriss also dankbar sein für seinen Beitrag, wie man Kinder und Karriere/Erfolg super easy vereinbaren kann.

 

Was meint ihr? Wer von euch hat das Buch gelesen?

4 Antworten auf „BUCHTIPP (MUST read): Die 4 Stunden Woche von Timothy Ferriss“

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